Soloprogramm
Es geht weiter

Kritiken
Wer zu Bruno Jonas geht, der muss wissen, dass er fürs Geld eine ordentliche Portion Programm bekommt. In diesem Fall heißt es "...es geht weiter" und ist abendfüllend und geistreich wie seine Vorgänger. Ein reifes und umfassendes Programm hält er für sein Publikum bereit. Durchsetzt mit aktuellen Einsprengseln zum Landesbank-Untersuchungsausschuss, aber auch mit Überlegungen zur Integrationsdebatte, die Jonas schon vor drei Jahren auf Lager hatte. "Wie wär's mit Gipfel-Minaretten? Oder a Mass Tä auf der Wiesn?" provoziert er die Multi-Kulti-Gutmenschen, die er irgendwo bei den Grünen oder auch der SPD ortet. Nein, political correctness ging dem unwirschen Jonas schon immer gegen den Strich, und so straft er die Stuttgart-21-Gegner mit einem Kopfbahnhof-Vergleich ab, der - logisch - zu Gunsten der Münchner ausgeht. Applaus für ein großartiges und erschöpfendes Programm.
Thomas Lochte, 29.10.2010

Manche seiner Sprüche brauchen in den Hirnwindungen der Zuschauer etwas, um sich zurecht zu finden - aber dann kommt der berühmte "Aha-Effekt". Der Niederbayer liebt nicht den Frontalzusammenstoß, er liebt das Feine, eine Art Streifschüsse, die dennoch alle ins Schwarze treffen. Der Schauspieler und Autor schöpt stets aus dem Vollen. Nichts ist ihm heilig, nichts ist ihm fremd. Alle, die es verdienen, bekommen eine gehörige Portion Fett weg. Das ist es jedoch nicht, das ihn stark macht, sondern seine rasierklingenscharfen Analysen, in vielen Überraschungen verpackt, die vom Publikum ausgepackt werden dürfen. Das Geschenkpapier ist ein einzigartiger Humor, der Bruno Jonas schon über 30 Jahre viel Erfolg bereitet hat.
Helmut Schwarzmeier

Das Programm ist ein Querschnitt durch die aktuelle Lage unserer Gesellschaft. Von Thilo Sarrazin über Quelle bis hin zu der neuesten Aussage des Papstes zu Kondomen bleibt kein Thema kabarettistisch unbehandelt. Korruption wird bei Jonas erst dazu, wenn es der Falsche macht und für ihn steht fest, "dass es einfach ist, standhaft zu bleiben, wenn einen ohnehin keiner Geld anbietet". Und so fragt er sich: "Gibt es einen, der nicht käuflich ist - und wenn ja, wie hoch ist sein Preis?" Jonas ist erkennbar ein Profi und kein Zischenruf bringt ihn aus der Ruhe - ebenso wenig wie ein Hänger, den er wortreich überspielt, bis er weiter weiß und mit zusätzlichen Lachern begeistert.
Franz Köppl, 26.11.2010

     
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